Sven Kohlmeier: Acht Jahre nach der Krise immer noch kein Licht am Ende des S-Bahn-Tunnels

S-Bahnhof Kaulsdorf

S-Bahnhof Kaulsdorf

Die S-Bahn Berlin GmbH erbringt nach wie vor nicht die Leistung wie vor der S-Bahn-Krise 2009 bis 2011. Dies ergab eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Sven Kohlmeier (SPD).

Diese Auswirkungen spüren die Fahrgäste und Pendler aus den Außenbezirken wie z.B. Kaulsdorf und Mahlsdorf. Jeden Werktag wurden 40 Zugfahrten ersatzlos auf der S5 zwischen Mahlsdorf und Lichtenberg gestrichen, weil die Fahrzeuge in den Werkstätten auf Ersatzteile warten. Für den Kaulsdorfer Abgeordneten Kohlmeier besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass fehlende Radsätze der Grund dafür sein sollen.

Sven Kohlmeier: „ Für Pendler z.B. aus Kaulsdorf und Mahlsdorf ein unhaltbarer Zustand. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass über 8 Jahre nachdem ein entgleister Zug in Kaulsdorf die S-Bahn-Krise ins Rollen brachte, wir heute wieder über Radsätze diskutieren. Die Zahlen zeigen, dass die S-Bahn insgesamt besser und pünktlicher werden muss, um wieder annähernd das Niveau vor der S-Bahn-Krise zu erreichen.“

Auch die weiteren Zahlen aus der Beantwortung der Anfrage stellen die Leistung der S-Bahn in keinem guten Licht dar:

Waren 2007 und 2008 noch über 96 bzw. über 95 Prozent aller Züge pünktlich, müssen sich die Fahrgäste in den letzten Jahren mit einem Pünktlichkeitsgrad von 92 bis 94 Prozent begnügen.

Auch bei den ausgefallenen Zugkilometern bestätigt sich dieses Bild. Auf dem Höhepunkt der S-Bahn-Krise fielen im Jahr 2009 über 4,5 Mio. Zugkilometer aus, fast zehnmal so viel wie im Jahr 2008. Seit 2014 pendeln die Zahlen zwischen 1,6 und über 2 Millionen ausgefallene Kilometer. Ein stabiler Abwärtstrend, um wieder das Niveau vor der S-Bahn-Krise zu erreichen, zeichnet sich nicht ab.

Und dies bei stetig steigenden Fahrgastzahlen: 431 Millionen Fahrgäste beförderte die S-Bahn 2016 und somit 60 Millionen Passagiere mehr als noch 2007. Die Verkehrsleistung mit rund 29 Millionen gefahrenen Zugkilometern blieb demgegenüber praktisch unverändert.

Die Anfrage und die Antwort des Senats finden Sie hier: S18-13424.