Für die intensive Vorbereitung und Durchführung der städtebaulichen Rundfahrt mit Besuch des Rundfunks Berlin-Brandenburg und der Mauergedenkstätte am denkwürdigen Tag, dem 13.August 2011, geht der besondere Dank an Christiane Uhlich und Rudi Kujath. Vor dem Busstart begrüßte Stefan Komoß die Gäste. Vorher hatte ich SPD-Materialien an die Teilnehmer verteilt: Kurzwahlprogramm vom Bezirk, von Berlin, den BVV-Flyer, Einkaufschips, Kugelschreiber ,Gummibärchen und Flaschenöffner Der Bus startete um 10:15 Uhr. Wir fuhren über die Frankfurter Allee, Straße Unter den Linden zum rbb. Auf der Rückfahrt besuchten wir die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße. Rudi Kujath erklärte sachkundig die verschiedenen Baulichkeiten, die Baustile längs der Fahrtrouten.
Das Haus des Rundfunks an der Masurenallee wurde unter Hans Poelzig 1929/30 erbaut und am 22. Januar 1931 eingeweiht. Am 22.3.1935 wurde dort der Fernsehdienst gestartet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es zum Spielball des Kalten Krieges. Am 5.7.1956 wurde es von den Sowjets an den Berliner Regierenden Bürgermeister Otto Suhr übergeben. Die gesamte Technik war demontiert worden. Die Räume wurden auch für die Unterkunft der sowjetischen Soldaten genutzt. Der Rundfunkbetrieb konnte Ende 1957 wieder aufgenommen werden. (Weiteres s. auch unter Wikipedia ) Im Haus des Rundfunks hat der Sender rbb seinen Sitz. Wir wurden durch Besucherreferentinnen informiert. Die Besucher wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Wir erfuhren noch weitere Details über die Erweiterung des Rundfunkhauses.
Der rbb hat noch einen 2. Sendebereich in Potsdam.
Wir sahen die Senderäume für das „Abendstudio“, das Studio- „Berlin Aktuell“, „Studio A“, sowie ein Hörrundfunk-Studio. Im Nachbarstudio erfolgte gerade eine Rundfunk-Direktsendung. 3 Radioprogramme werden ausgestrahlt: Radio Berlin 88,8; kulturradio und inforadio, Im „Studio A“ werden verschiedene Sendungen produziert, wie „Kontraste“. Das „Studio A“ wird für die jeweilige Sendung hergerichtet. Das Mobiliar stand im Flurbereich. Ferner besichtigten wir den Großen Sendesaal, in dem auch Konzerte wegen der guten Akustik stattfinden. Die Raumakustik ist so gut gestaltet, dass überall eine gleiche Nachhallzeit von 1,8 Sekunden vorhanden ist. Dies gilt auch bei einem leeren Saal, d.h. bei hochgeklappten Stuhlsitzen. Es war ein sehr informativer Blick hinter die Kulissen des Sendebetriebes zum Ablauf der Sendungen. Nach dem rbb-Besuch fuhren wir gegen 14 Uhr zum Mauerpark, am 50. Jahrestag zur Errichtung der Mauer.
Es war für mich kein antifaschistischer Schutzwall. Am 13. August denkt man darüber nach, warum die Mauer notwendig wurde? Die Massenflucht der Bürger war zu unterbinden. Ein Durchbruch in Richtung Westen wurde immer mehr durch die gestaffelte Vervollkommnung der Grenzanlagen unterbunden. Nach meiner Auffassung war die Errichtung der Mauer eine notwendige Folge der verfehlten SED-Politik, der Beschneidung der Meinungs- und Reisefreiheit, der Zwangskollektivierungen von Handwerk und Landwirtschaft. Der sogenannte Sozialismus schuf eine neue Herrscherklasse, die der Obrigkeit der SED, der man zu gehorchen hatte. Er war eine Diktatur. Es hieß doch: „Die Partei hat immer Recht und es bleibet dabei.“ Freie Äußerung einer anderen Meinung war nicht gestattet und wurde verfolgt.
Ohne die Mauer/ Grenzanlagen wäre die DDR infolge der massenweisen Flucht der Bürger zum Chaosland geworden. Den Verlust von Arbeitskräften hätte niemand ausgleichen können. Es wäre kein Wirtschaftsbereich mehr funktionsfähig gewesen.
Die DDR wäre zusammengebrochen. Ohne drastische Grenz-Maßnahmen wären auch die Grenzanlagen von Flüchtenden überrannt worden. Eine Flucht war lebensgefährlich geworden. Gedanken von mir waren damals: Ein Glück, dass zwischen der DDR und der Sowjetunion noch Polen lag. Die überzeugten und übereifrigen Verfechter des Systems hätten die DDR der Sowjetunion zugeordnet, unser Land zu einer Sowjetrepublik gemacht.
Trotz Mauer konnte auch der wirtschaftliche Niedergang der DDR nicht aufgehalten werden. Die Mangelwirtschaft nahm immer mehr zu. Der Sowjetunion mussten viele Produkte/ Erzeugnisse aus Industrie und Landwirtschaft zu Niedrigstpreisen als Kriegs-Reparationsleistungen zugeführt werden. So mussten teilweise 80% der Erzeugnisse an die Sowjetunion geliefert werden, wie z.B. vom SKET-Magdeburg und von der Porzellanmanufaktur Meißen.
Das Volk erhob sich 1989 gegen das System des praktischen DDR-Sozialismus, gegen die Herrschende Klasse der SED. Eine neue Zeitepoche begann am 9.November 1989 mit bekannten Geburtswehen, die zu einem geeinten Deutschland führten.